Funktion

 

Für eine optimale Funktion der vorgestellten Systeme benötigt es eine fehlerfreie Feinabstimmung. Voraussetzung dafür ist die differenzierte Wahrnehmung, der Normtonus der Muskeln und die gezielte Ansteuerung spezifischer Muskeln.

Dabei spielt die Zunge eine wichtige Rolle, denn sie ist als einziges Muskelsystem frei beweglich und folglich auch sehr störungsanfällig. Die Zunge orientiert sich an den umliegenden Strukturen: Gaumen und Zähne.

 

 

Der eigentliche Partner für die Zunge ist eindeutig der harte Gaumen. Verdeutlicht wird dies durch ihre Kraft, die sie vorwiegend während des Schluckens ausübt. Im Durchschnitt schluckt ein Mensch 2000-mal in 24 Stunden mit einer Kraft zwischen 1,5 - 3 kg. Diesen Druck absorbiert der knöcherne Abschnitt des Gaumens und nimmt ihn während des Körperwachstums als formende Kraft auf.

Wird dieser Druck allerdings gegen die Zähne gerichtet, kann er sehr ungüngstige Folgen für die Zahnstellung haben; denn es braucht lediglich 1,7 g, um einen Frontzahn zu bewegen. Falls nun die Zunge den Kontakt zu ihrem Partner verliert, hat dies eine Reihe von Konsequenzen:


 

Diese Kettenreaktion tritt bereits in der Ruhelage der Zunge ein. Werden die Vorgänge während des Schluckaktes zusätzlich bedacht, so folgen weitere fehlgerichtete Kräfte:

 Mit den vielfältigen Folgeerscheinungen eines falschen Schluckmusters sind unweigerlich Auffälligkeiten in den Bereichen Zahnstellung (z.B. Kreuzbiss) und Artikulation (z.B. Sigmatismus) verbunden.