Myofunktionelle Therapie

 

MFT ist die Abkürzung für Myofunktionelle Therapie. Sie zielt auf eine physiologische Funktion der Muskeln im orofazialen Bereich. 

 

Faziale Zone:

 

Dazu zählen 23 mimische Muskeln. Die Muskeln im Mundbereich strahlen mit ihren Fasern in den M. orbicularis oris ein. Zusammen bilden sie ein komplexes System. Verändert sich auch nur ein einzelner Muskel, so beeinflusst diese Störung alle damit verbundenen Einheiten.

 

Die mimische Muskulatur wird ergänzt durch vier paarige Kaumuskeln: Der M. temporalis, die Mm. pterygoidei und der M. masseter funktionieren koordiniert zusammen, um den Unterkiefer zu bewegen. Nahrung abbeissen, zerkleinern und zermahlen sind nebst dem Sprechen ihre Aufgaben. Ausserdem hält ihr harmonisches Zusammenwirken die Kieferköpfchen und den Diskus zentriert in den Gruben des Kiefergelenks. 

 

 

Orale Zone:

 

Die Zunge besteht aus vier Muskeln: M. verticalis, M. longitudinalis, M. transversus linguae und  M. longitudinalis. Zusammen bilden sie die intrinsische Muskulatur und sind vor allem für die Form der Zunge verantwortlich.

 

Die Lage im Mundraum und die Zungenbewegungen werden wiederum von der extrinsischen Muskulatur bestimmt, welche zugleich die Zunge mit den umliegenden knöchernen Strukturen verbindet. Der M. genioglossus verankert die Zunge am Kinn. Sein Antagonist, der M. styloglossus, schliesst die Verbindung zum Os temporalis des Schädels. Der M. palatoglossus reicht vom Gaumen bis zur Zunge. Die letzte Verbindung geht die Zunge durch den M. hyoglossus mit dem Hyoid ein. 


An der  Oberseite des Hyoids setzen noch weitere Muskeln zum Unterkiefer und Schädel an:

Mm. mylohyoideus, digastricus, stylohyoideus. Zusammen mit dem M. geniohyoideus bilden sie das System der suprahyoidalen Muskulatur. 

Den Gegenpart zum oberen Muskelverbund bildet das am unteren Teil des Hyoids ansetzende Muskelsystem. Dabei spannt es Verbindungen zum Sternum, zur Thyreoidea und zur Scapula:

Mm. sternohyoideus, thyrohyoideus, omohyoideus. Dieses System ist bekannt als infrahyoidale Muskulatur.