Therapie

 

Die Myofunktionelle Therapie beabsichtigt also, die Muskelfunktionen im Mund-Gesichtsbereich ins Gleichgewicht zu bringen und falsche Bewegungsmuster zu korrigieren.

 

Eine wesentliche Rolle bei orofazialen Dysfunktionen spielen die sogenannten Habits, die schlechten Gewohnheiten. Sie erscheinen oral, extra- und intraoral oder in Kombinationen. Dazu zählen beispielsweise der Schnuller, das Nuckeltuch, Daumennuckeln, Lippenlecken, Nägelkauen,  Zähnepressen und -knirschen. Vor Beginn einer Funktionstherapie sind der Habit-Abbau und ein anschliessendes Sensoriktraining ein absoluter Imperativ.

 

Um das gesteckte Ziel zu erreichen sind einerseits Übungen zur Stärkung der Lippen, Wangen und Zunge notwendig und andererseits das spontane Auffinden und Einhalten des richtigen Zungenruhelagepunktes. Das physiologische Schluckmuster wird Schritt für Schritt aufgebaut, danach in den Alltag integriert, automatisiert und schlussendlich unbewusst ausgeführt.

 


 

Weil sich das falsche Muster zum Teil über Jahre hinweg etabliert und automatisiert hat, kann der Prozess des Umlernens bis zu zwei Jahre dauern und nur bei konsequenter Durchführung der Heimübungen erfolgreich sein. Ein gewichtiger Faktor dabei ist sicherlich die Unterstützung durch die Eltern. Die scheinbar lange Dauer relativiert sich mit den Feststellungen des Hirnforschers Manfred Spitzer: Eine optimale Leistung eines erlernten Handgriffes ist erst nach 1-2 Millionen Wiederholungen oder nach mindestens 10‘000 Stunden Übung erreicht.